P-Konten: Melden oder nicht?

Laut Gesetz darf jeder Kontoinhaber in Deutschland nur ein P-Konto führen. Er muss bei Eröffnung eines P-Kontos versichern, dass dieses sein einziges P-Konto ist.

Zur besseren Kontrolle sind Kreditinstitute angehalten – jedoch nicht verpflichtet – ihre P-Konten an eine zentrale Stelle zu melden, z.B. an die Schufa. Gesetzliche Grundlage ist  § 850k (8) der Zivilprozessordnung, siehe www.gesetze-im-internet.de.

Aber wie effizient kann die Kontrolle bei der Schufa sein, wenn nicht alle Kreditinstitute ihre P-Konten melden? Ist eine gesetzliche Melde-Verpflichtung notwendig? Hatten Sie bereits konkrete Betrugsfälle, bei denen ein Kunde über zwei oder mehr P-Konten bei verschiedenen Instituten beantragt hatte?

Wir freuen uns über Ihre Erfahrungen und Meinungen.

6 Comments

  1. Bianka Baresel

    Wir melden seit dem 01.07.2010 jedes P-Konto an die Schufa. In den vergangenen zwei Jahren haben wir von der Schufa schon ca. 30 Rückmeldungen erhalten, wo Kunden sich bei anderen Banken ebenfalls ein P-Konto eingerichtet hatten. Aus unserer Sicht ist die Meldung von P-Konten an eine zentrale Stelle sinnvoll.

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  2. Falko Heinemann

    Da die Meldung von P-Konten an eine zentrale Stelle keine Pflicht ist, macht dieser Hinweis im § 850 k Abs.8 überhaupt keinen Sinn.
    In unserem Haus führen wir derzeit ca. 4.500 Konten als Pfändungsschutzkonto. Wir melden allerdings die P-Konten unserer Kunden nicht. Der zu betreibende Aufwand ( Personal und Zeit ) und die entstehenden Kosten des Melde- und Abfrageverfahrens lassen sich meiner Meinung nach nicht rechtfertigen. Die P-Konten müssten ja nicht nur gemeldet, sondern auch zeitnah wieder abgemeldet werden, damit man eine verlässliche Aussage treffen kann. Der Nutzen für das Kreditinstitut ist nicht erkennbar.
    Viel wichtiger und praxisgerechter erscheint mir hier die Aussage des § 850 k Abs. 9 ZPO.
    Haben sie bei den 30 Fällen in zwei Jahren das einmal gegengerechnet? Hatten sie Schadensfälle deswegen? Haben sie die Daten der Schufa zusätzlich auf Richtigkeit und vor allem Aktualität geprüft? Wie schnell berichtigt die Schufa falsche oder bereits erledigte Daten?

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    1. Heiko Müller

      Unserer Erfahrung nach erzählen einige Institute, dass die Mehrzahl der Schufa-Rückmeldungen von doppelten P-Konten durch Umzüge der Schuldner in andere Regionen verursacht werden. Hier lässt sich natürlich nur schwer nachvollziehen, inwiefern ein Betrugsversuch unterstellt werden kann.

      Eventuell existiert hier ein systematisches Problem? Wie kann der Kunde bei einem anderen Institut ein neues P-Konto eröffnen ohne das P-Konto bei seinem vorherigen Institut zu kündigen? Kündigt er zuerst sein bestehendes P-Konto, dann stände er ja in der Übergangszeit ohne ein geschütztes P-Konto da? Die Existenz von zwei P-Konten ist aber nicht erlaubt.

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  3. Frank

    Wir melden seit 01.07.2010 konsequent jedes der bei uns umgewandelten P-Konten. Zur Zeit haben wir als regionale VR-Bank zum Glück nur 82 laufende P-Konten;bisher hatten wir noch nie den Fall, daß ein P-Kontoantragsteller lt. Schufa ein anderes P-Konto hatte. Von selbst wird es dieser Personenkreis nie mitteilen (zum Teil auch nicht wissen, warum auch immer). Wenn ich nun hier lese, daß eine Bank über 4000 bei ihr geführte P-Konten nicht meldet, finde ich dies erschreckend! Welchen Wert hat dann eine Schufa-Anfrage? Wieso werden Gesetze (zumindest deren Sinn) so mißachtet? Rechtstreue, Fairness, Gemeinwohl ist zwar (zunächst) kein Wert für betriebswirtschaftlich fixierte Ergebnisskennzahlen … aber wenn hier (bewußt) gespart wird, wie sieht es mit der Kontrolle in anderen Bereichen aus?

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  4. Stefan Fichtner

    Das Gesetz sieht eine Meldung der P-Kontoeigenschaft nicht zwingend und schon gar nicht an eine zentrale Stelle vor. Man mag dies aus Gläubigersicht bedauern. Wie daraus mangelnde Fairness, Rechtstreue und fehlender Sinn am Gemeinwohl abzuleiten ist, erschließt sich mir nicht. Wenn überhaupt, wäre doch der Gesetzgeber in der Pflicht die (gefühlte) Lücke zu schließen?

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  5. Falko Heinemann

    Eine Frage an alle Kreditinstitute, die ihre P-Konten an eine zentrale Stelle melden: Was unternehmen sie, wenn ihnen auf diese Weise bekannt wird, dass ein Schuldner mehrere P-Konten führt?
    Welche Konsequenzen hat der Schuldner zu erwarten?
    Sind ihnen schon Schadensfälle auf Grund mehrerer P-Konten bekannt geworden?

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